Vom Geben und Nehmen

Eine Kindertagesstätte, die als Elterninitiative geführt wird, ist ein bisschen anders. Alle Eltern haben mehr Mitspracherechte, was die Einrichtung und die Betreuung ihrer Kinder betrifft. Aber auch mehr Pflichten, wenn es um den Einsatz an Zeit und Energie für die Einrichtung geht. Die Eltern übernehmen viele Aufgaben, die entweder an externe Dienstleister vergeben würden oder die es sonst - so wie in vielen anderen Kindergärten - gar nicht erst geben würde. So bieten Eltern beispielsweise die spielerische Heranführung an eine Fremdsprache oder Musikunterricht an. Das Engagement der Eltern macht also das Mehr an Qualität für die Kinder aus. Gleichzeitig können sich die Eltern aktiv am Kindergartenalltag beteiligen und sind somit "näher dran".


Mitbestimmung

Grundsätzlich haben die Eltern viele Möglichkeiten, das Leben ihrer Kinder im DreiKäseHoch mitzubestimmen. Natürlich hat das Grenzen, denn Veränderungen müssen bei allen Eltern mehrheitsfähig sein und die Arbeit des pädagogischen Teams soll nicht darunter leiden. Ideen sind jederzeit willkommen und können in der Eltern-/Mitgliederversammlung diskutiert und verabschiedet werden.


Versammlungen: Elternabende, Elternversammlung und Mitgliederversammlung

Der Elternabend ist dazu gedacht, sich mit den ErzieherInnen und den Eltern der jeweiligen Gruppe auszutauschen. Das Team berichtet über die Entwicklung der Gruppe, Termine und Organisatorisches. Die Eltern können Wünsche äußern, neue Ideen diskutieren und alles loswerden, was sie bezüglich der Kinder oder Tagesstätte auf dem Herzen haben. In jeder Gruppe gibt es in der Regel vier Elternabende pro Kita-Jahr.

Bei der Elternversammlung treffen sich alle Mitglieder des Vereins gruppenübergreifend. Hier werden die Belange der gesamten Kita diskutiert, entschieden und auf den Weg gebracht. Das können Kosten für neue Anschaffungen, personelle Veränderungen im Team, Organisatorisches oder die Verteilung der zu erledigenden Aufgaben in den Gremien sein.

Die Mitgliederversammlung findet einmal im Jahr statt. Alles, was den Verein betrifft, wird hier besprochen. Der Vorstand legt seinen Bericht vor, die Finanzen werden offen gelegt und neue Vorstandsmitglieder gewählt. Im Bedarfsfall gibt es auch schon mal eine außerordentliche Versammlung.


Elternstunden

Wer Spaß daran hat, kann in Absprache mit dem ErzieherInnen-Team in einer Elternstunde ergänzende Angebote (zum Beispiel Basteln, Musik, Vorlesen, etc.) für die Kinder veranstalten. Ausflüge werden oft von Eltern mit organisiert und begleitet.


Elterngremien

Alle Eltern sind Mitglied in einem Arbeits-Gremium pro Kind. Dafür werden rund 40-50 Stunden Mitarbeit pro Jahr angesetzt. Es gibt viele Gremien, zum Beispiel für Feste, die Finanzen, die Küche, den Garten, die IT, Sprach- oder Musikunterricht oder die Müllentsorgung. Welche es gibt, wird jedes Jahr vom Vorstand festgelegt. Dabei wird natürlich darauf geachtet, dass die Erfahrungen und Neigungen der Eltern optimal genutzt werden.


Aktionstage

Mit Elterninitiative ist nicht nur Mitbestimmung gemeint, sie hat auch durchaus praktische Seiten. Denn wir krempeln gemeinsam die Ärmel für die Kita hoch. An Aktionstagen werden einige Arbeiten, die in einer Einrichtung regelmäßig anfallen, von Eltern erledigt. Sie finden viermal im Jahr am Wochenende statt. Es geht zum Beispiel um die Grundreinigung, Instandhaltung und Verbesserung unserer Einrichtung. Der Zeitaufwand beträgt jeweils ca. zwei Stunden pro Kind. Die alltägliche Reinigung erledigt eine bezahlte Kraft. Und natürlich beauftragen wir auch Handwerker um Dinge zu erledigen.


Notfalldienste

Wenn unsere Reinigungskraft mal krank ist, sind wir darauf angewiesen, dass die Reinigung der Kita ebenfalls von den Eltern übernommen wird. Und sollten die Erzieherinnen einen Nachmittag für Team-Meetings benötigen oder von einer Grippewelle gepackt sein, finden sich immer wieder Eltern, die schon mal einspringen.